Podcasting leicht gemacht: Interviewführung

Gesprächspodcasts sind eines der beliebtesten Podcastformate. Es gibt einen oder zwei Hosts und Gäste. Das klingt einfach und trotzdem gibt es ein paar Dinge, die ihr beachten solltet, damit ihr einen spannenden und unterhaltsamen Podcast hinbekommt. Denn auch zu Gesprächsführung im Podcast kann man sich vor der Aufnahme ein paar Gedanken machen.

Hier 10 Tipps von der Podcastwerkstatt für euch:

1. Bereite dich vor, denk dir das Gespräch durch.

Interviews benötigen Vorbereitung: Es hat einen Grund, warum du dieses Gespräch führst, was möchtest du wissen vom Gegenüber? Was ist interessant für dich und deine Zuhörerinnen und Zuhörer? Sei bei der Vorbereitung der Fragen kreativ: Alles, was du innerhalb von einer Minute ergoogeln kannst, ist eher nicht so spannend und dein Gast wurde es wahrscheinlich schon sehr oft gefragt.

2. Respektier inhaltliche Grenzen.

Führe ein Vorgespräch. Erzähl, was du mit dem Interview erreichen möchtest, frage bei heiklen, vielleicht sehr persönlichen Themen vorab nach, ob dein Gesprächspartner/deine Gesprächspartnerin darüber reden möchte. Persönliche Themen können private Informationen sein, zum Beispiel die Familiensituation oder Details über Kinder. Es kann da Anekdoten geben, die zum Thema des Podcasts passen, aber um die Privatsphäre Dritter zu schützen, solltest du überlegen, was wirklich wichtig für dein Thema ist.

3. Nimm dir Zeit für das Setting.

Plane genügend Zeit im Vorfeld ein, um dein Equipment richtig einzurichten. Passt der Pegel? Hören sich die Gesprächspartner/innen gut? Nimm dir Zeit, alles einzustellen, sodass auch die ersten Sekunden der Aufnahme die richtige Lautstärke haben. Das erspart dir im Nachhinein Arbeit in der Post-Produktion.

4. Notizen am Laptop oder Tablet, ohne Zettelrascheln.

Überlege dir im Vorfeld wie du mit Notizen arbeitest: Lose Zettel sind für Podcastaufnahmen keine optimale Lösung, weil kaum jemand geräuschlos umblättern kann. Tablets oder Laptops, bei denen du lautlos scrollen kannst, eignen sich besser. Aber aufgepasst: Wenn du mit der Maus klickst, oder mit dem Gerät am Mikrofon anstößt, dann hört man das. Wenn diese Geräusche unvermeidbar sind, kannst du sie in der Postproduktion gegebenenfalls rausschneiden.

5. Hol die Hörerinnen und Hörer ab: Erklär, was du meinst.

Im Idealfall gibt es im Podcast keinen Moment, um sich zu denken „Hä, was meinen sie jetzt?“. Stell deine Gäste kurz vor und bring deine Zuhörerinnen und Zuhörer auf denselben Stand. Und versuch trotz allem beim Thema zu bleiben. Ein bisschen Abschweifen kann lustig sein, aber eigentlich hat es ja einen Grund, warum deine Fans den Podcast hören.

6. Du musst nicht jedes Detail erfragen, nur weil du kein Zeitlimit hast.

Funktioniert das Gespräch? Dann kann es auch mal länger werden, aber wenn alles gesagt ist, dann kannst du auch einfach aufhören.

7. Niemand merkt sich, was du vor fünf Minuten gesagt hast.

„Wie ich schon gesagt habe…“: Sich auf bereits Gesagtes zu beziehen, wenn es schon ein paar Minuten zurückliegt, ist unnötig und verwirrend. Außerdem tun sich auch Gäste damit keinen Gefallen. Inhaltlich wird das nachträgliche Bearbeiten des Podcasts, also Schneiden, schwierig.

8. Trau dich und frag einfach.

Sag, was du meinst und frag einfach: Du kannst alles fragen, was du dich traust. Wenn dein Gegenüber nicht antworten will, wird es nicht antworten.

9. Greif die Antworten deines Gegenübers auf.

Ein Gespräch ist kein Fragenkatalog. Dein Gegenüber gibt eine spannende Antwort, du möchtest etwas dazu sagen – mach es! So bekommt das Interview Mehrwert und wird ein Gespräch. Und beim Zuhören hat man nicht das Gefühl, dass es ein „Frage und Antwort“-Spiel ist.

10. Sei höflich.

Lass dein Gegenüber ausreden. Weis sie oder ihn darauf hin, falls die Antworten zu lange sind. Wenn du das einmal machst und anschließend aus dem Gespräch schneidest, dann ersparst du dir und deinen Hörerinnen und Hörern unangenehme Zuhör-Situationen. Stelle nur eine Frage (und nicht fünf auf einmal) und gib deinem Interviewpartner oder deiner Interviewpartnerin Zeit, um zu antworten.

Bonus-Tipp: Scheiß dich nicht an.

Du hast einen Podcast, hab‘ Spaß damit. Du wirst bei jeder Aufnahme neue Dinge lernen. Lass dich von der Technik oder der Vorstellung der perfekten Produktion nicht einschüchtern. Das wird schon. Sei entspannt, konzentrier dich auf das, was du vermitteln möchtest, bereite dich vor und es wird alles funktionieren. Fehler können immer passieren und dann heißt es cool bleiben, weil manchmal ist es einfach so.


 

Natürlich muss kein Podcast perfekt sein, zugehört wird wegen Inhalten und das Publikum verzeiht viel. Trotzdem kannst du das Hör-Erlebnis mit diesen Tipps einfach verbessern und so dein Publikum noch zufriedener stellen.

Und sonst? Zu Formaten abseits von Gesprächspodcasts, dazu könnt ihr euch beim k.at Podcast Award Inspiration holen. Auf unserer Website findet ihr unsere Formate und auch bei Corporate Podcasts gibt es Spielraum, spannende Gespräche zu gestalten – wenn man sich traut.

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