Interviewführung im Podcast

Gesprächspodcasts, also Podcasts in denen ein Interview geführt wird, sind beliebte Podcast-Formate. Es gibt einen oder zwei Hosts und Gäste. Das klingt einfach und trotzdem gibt es Details, die du beachten solltest, damit du einen spannenden und unterhaltsamen Podcast produzierst.

Hier 8 Tipps von der Podcastwerkstatt für dich:

1. Bereite dich vor

Interviews benötigen Vorbereitung: Es hat einen Grund, warum du dieses Gespräch führst. Was möchtest du vom Gegenüber wissen? Was ist interessant für dich und deine Zuhörer:innen? Sei bei der Vorbereitung der Fragen kreativ: Alles, was du innerhalb von einer Minute ergoogeln kannst, ist eher nicht spannend und dein Gast wurde es wahrscheinlich schon sehr oft gefragt.

2. Respektier inhaltliche Grenzen

Führe ein Vorgespräch. Erzähl, was du mit dem Interview erreichen möchtest, frage bei heiklen, vielleicht sehr persönlichen Themen vorab nach, ob dein Gesprächspartner/deine Gesprächspartnerin darüber reden möchte. Persönliche Themen können private Informationen sein, zum Beispiel die Familiensituation oder Details über Kinder. Es kann da Anekdoten geben, die zum Thema des Podcasts passen, aber um die Privatsphäre Dritter zu schützen, solltest du überlegen, was wirklich wichtig für dein Thema ist.

3. Nimm dir Zeit für das Setting

Plane genügend Zeit im Vorfeld ein, um dein Equipment richtig einzurichten. Passt der Pegel? Hören sich die Gesprächspartner:innen gut? Nimm dir Zeit, alles einzustellen, sodass auch die ersten Sekunden der Aufnahme die richtige Lautstärke haben. Das erspart dir im Nachhinein Arbeit in der Post-Produktion.

4. Mach Notizen digital

Überlege dir im Vorfeld wie du mit Notizen arbeitest: Lose Zettel sind für Podcast-Aufnahmen keine optimale Lösung, weil kaum jemand geräuschlos umblättern kann. Tablets oder Laptops, bei denen du lautlos scrollen kannst, eignen sich besser. Wenn Geräusche unvermeidbar sind, kannst du sie in der Postproduktion gegebenenfalls rausschneiden.

5. Hol die Hörerinnen und Hörer ab

Im Idealfall gibt es im Podcast keinen Moment, um sich zu denken „Hmm, was ist damit gemeint?“. Stell deine Gäste kurz vor,  bring deine Zuhörerinnen und Zuhörer auf denselben Stand wie deiner ist und erkläre deine Gedanken/Intention.

6. Niemand merkt sich, was du vor fünf Minuten gesagt hast

„Wie ich schon gesagt habe…“: Sich auf bereits Gesagtes zu beziehen, wenn es schon ein paar Minuten zurückliegt, ist unnötig und verwirrend. Inhaltlich wird das nachträgliche Bearbeiten des Podcasts, also Schneiden, schwierig.

7. Greif die Antworten deines Gegenübers auf

Ein Gespräch ist kein Fragenkatalog. Dein Gegenüber gibt eine spannende Antwort, du möchtest etwas dazu sagen – mach es! So bekommt das Interview Mehrwert und wird ein Gespräch. Und beim Zuhören hat man nicht das Gefühl, dass es ein „Frage und Antwort“-Spiel ist.

8. Lass reden

Lass dein Gegenüber ausreden. Weis sie oder ihn darauf hin, falls die Antworten zu lange sind. Wenn du das einmal machst und anschließend aus dem Gespräch schneidest, dann ersparst du dir und deinen Hörerinnen und Hörern unangenehme Zuhör-Situationen. Stelle nur eine Frage (und nicht fünf auf einmal) und gib deinem Interviewpartner oder deiner Interviewpartnerin Zeit, um zu antworten.

Bonus-Tipp: Hab Spaß mit deinem Podcast!

Du wirst bei jeder Aufnahme neue Dinge lernen. Lass dich von der Technik oder der Vorstellung der perfekten Produktion nicht einschüchtern. Konzentrier dich auf das, was du vermitteln möchtest, bereite dich vor und es wird funktionieren. Du kannst das Hör-Erlebnis mit diesen Tipps einfach verbessern und so dein Publikum noch zufriedener stellen.

Zugehört wird wegen Inhalten und das Publikum verzeiht viel.


 

Welche Formate gibt es bei Podcasts noch? Erfahre es in diesem Beitrag!

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