How To – Remote Podcasts

Im vergangenen Beitrag ging es darum, dass es einige Möglichkeiten gibt, Podcasts zu produzieren, obwohl die Hosts oder die Gäste nicht am selben Ort sind. Online-Plattformen bieten sich beispielsweise an, jedoch sehen sich Podcasterinnen und Podcaster immer wieder mit den gleichen Problemen konfrontiert.

Problem #1

Das Mikrofon

Online-Plattformen wie Zencastr oder Skype, mit denen man Gespräche via Online-Call aufnehmen kann, haben oft ein Manko: Das Mikrofon der User. Die meisten verwenden entweder das eingebaute Mikrofon des Computers/MacBooks/Laptops. Diese sind für Telefonate ausreichend, jedoch ist die Qualität der Aufnahme enden wollend.

Lösung: Die Low-Budget Variante ist ein USB-Mikrofon, welches man einfach und bequem am Computer anschließen kann. Wichtig dabei: Das USB-Mikrofon muss, falls es nicht automatisch passiert, als Eingabequelle ausgewählt werden. Manche greifen auch auf Headsets zurück, welche im Vergleich zu den integrierten Mikrofonen eine höhere Qualität liefern können.

Routiniertere Podcasterinnen und Podcaster und vor allem jene, die etwas tiefer in die Tasche greifen wollen, verwenden ein Interface und ein Mikrofon mit XLR Anschluss. Das Rode Rodecaster Pro kann via USB beim Computer angeschlossen werden. Es dient als Schnittstelle zwischen dem Computer und den verschiedenen Eingangssignalen. Die Besonderheit (neben den 8 Tasten zum Einspielen von Tönen): Es bietet auch eine Bluetooth-Verbindung, was beispielsweise die Aufnahme von Telefonaten mit dem Smartphone zulässt. Telefoniert man beispielsweise über Facetime, Telegram, Signal oder Whatsapp, so erhöht sich durch die Internettelefonie die Audioqualität. Gespeichert wird die Aufnahme entweder am Computer mit der notwendigen Software oder auf einer SD-Karte direkt am Rode Rodecaster Pro.

Es gibt auch noch weitere Interfaces, mit denen man seine Mikrofone mit dem Computer verbindet.

Problem #2

Die Verbindung

Was zum Surfen im Netz genügt, muss für Aufnahmen von Telefonaten via Internet noch lange nicht reichen. Gemeint ist vor allem die Stabilität der Verbindung. Wer kennt es nicht? Man führt ein Videotelefonat und eine halbe Sekunde lang steht das Bild und man hört plötzlich keinen Ton mehr. Bei einem Telefonat kann man noch darüber hinwegsehen, doch nimmt man aus diesem Telefonat die Tonspur heraus, dann fehlt in der Podcast-Episode auch genau diese Stelle.

Lösung: Wenn möglich, dann sollten beide Seiten auf eine Festnetzleitung zurückgreifen. Gibt es kein LAN-Kabel in der Nähe, dann sollte man zumindest auf die WLAN-Variante setzen. 3G am Smartphone können eine Aufnahme von Anfang an verhindern.

Es gibt noch eine weiter Variante, mit der das Problem der schlechten Verbindung und den damit einhergehenden Problemen gelöst werden kann, doch dazu später mehr bei unserem Tipp gegen Ende dieses Beitrags.

Problem #3

Der Aufnahmeort

Grundsätzlich sollte man große und leere Räume vermeiden. Der Schall breitet sich aus und kommt dann von den Wänden wieder zurück. Ein Hall entsteht und diesen Hall kann man in der Post-Produktion nicht mehr vollständig entfernen.

Lösung: Hat man kein Studio zur Verfügung, so kann man in einen möblierten Raum ausweichen. Am besten eignen sich Räume mit geringer Raumhöhe in denen sich beispielsweise Bücherregale befinden. Manche Podcasterinnen und Podcaster setzen sich in den Kleiderschrank oder bauen sich ein provisorisches Studio aus Bettlaken oder Handtüchern. Der Sinn der Sache: Eine Umgebung schaffen, welche den Schall so gut es geht absorbiert.

Zwei Fragen

Bevor wir mit einer Produktion beginnen, stellen wir uns immer die gleichen zwei Fragen:

Wie kann ich mögliche Probleme verhindern?

Welcher Aufwand steht dafür?

Tipps zur Produktion

Unabhängig von der Online-Plattform, mit der man telefoniert, sollte man die Möglichkeit prüfen, ob jeder Gesprächsteilnehmer seine Stimme separat aufnehmen kann.

Dazu genügt in manchen Fällen schon ein Smartphone mit Sprach-Memo Funktion, welches relativ nahe am Mund positioniert wird. Bestenfalls verwendet jeder Gesprächsteilnehmer ein Aufnahmegerät mit einem Mikrofon (kein Diktiergerät). Das Zoom H4 verfügt über ein eingebautes Mikrofon (eigentlich sind es zwei Mikrofone) und über ein Gewinde am „Rücken“ des Geräts, in welches man ein Stativ einschrauben kann. Das Aufnahmegerät am Stativ sollte beim Videocall direkt vor einem am Tisch stehen. Vor dem Telefonat wird es schon eingeschaltet und der Aufnahmeknopf betätigt. Diese Geräte verfügen einen integrierten SD-Card Slot, der beim Kauf des Geräts leider leer ist. Das Speichermedium ist also eine SD-Karte, auf die das Gespräch aufgezeichnet wird. Nach der Aufnahme zieht man sich die Audiodatei auf den Computer und versendet sie zum Beispiel via WeTransfer zur Post-Produktion.

Aufgepasst: Zwei Dinge sind bei dieser Variante wichtig:

  1. Bei Aufnahmegeräten ist es möglich, die Empfindlichkeit des Mikrofons einzustellen. Vor einer Aufnahme sollte man die Empfindlichkeit testen und sie der Lautstärke der Stimme anpassen. Man erkennt am Display den Ausschlag der aktiven Tonspur. Schlägt die Anzeige bis zum Ende aus, dann sollte man die Empfindlichkeit etwas zurückdrehen um ein Übersteuern der Aufnahme zu verhindern.
  2. Bei dieser Variante der Produktion von Remote Podcasts ist darauf zu achten, dass für das Telefonat Kopfhörer (In Ears oder Over Ears) verwendet werden. Die Stimme des Gegenübers darf nicht aus den Lautsprechern des Computers zu hören sein, weil das Aufnahmegerät dann auch die Stimme des Gegenübers aufzeichnet.

Nach der Aufnahme werden die beiden aufgezeichneten Spuren von der Post-Produktion zusammengesetzt und aufbereitet.

Zencastr: https://zencastr.com/

Skype: https://www.skype.com/de/

USB-Mikrofon: https://www.thomann.de/at/the_t.bone_sc_420_usb_desktop_set.htm?sid=fcfa0773bc4be6b67cff75427f99acb7

Rode Roadcaster Pro: https://www.thomann.de/at/rode_rodecaster_pro.htm?gclid=CjwKCAiAkan9BRAqEiwAP9X6UXu-6eqh71CPNRw9FI_yPi1qBT0HhOzi_5-CKU-qVqNm_0J4FUZbsxoCp0gQAvD_BwE

Interfaces: https://www.thomann.de/at/steinberg_usb_audio_interfaces.html

Aufnahmegeräte: https://www.thomann.de/at/zoom_h4n_pro_black.htm

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